Einstieg in die Arbeit mit Glaubenssätzen.

Glaubenssätze

Eine allgemeine Definition von Glaubenssätzen lautet:

Glaubenssätze sind Überzeugungen, denen wir einen Wahrheitscharakter zuschreiben.
Sie geben dem Leben und der Welt Struktur, Bedeutung und Sinn.

Die strukturierende Wirkung von Glaubenssätzen ist für die Orientierung in unserer Welt unverzichtbar.

 

Einschränkende Glaubenssätze

In der Arbeit mit Klopfakupressur sind einschränkende Glaubenssätze oft Gegenstand der Bearbeitung, da sie dem Ziel der emotionalen (Wahl)freiheit entgegenstehen. 

Ein einschränkender Glaubenssatz behindert die Wahlfreiheit im Denken, Fühlen und Handeln.

Ob ein Glaubenssatz einschränkend wirkt, lässt sich nicht allgemeingültig oder objektiv beurteilen. Die Entscheidung über den Grad der Einschränkung wird vielmehr durch denjenigen getroffen, der den Glaubenssatz äußert.

Beispiel1: Einschränkender Glaubenssatz

Auf eine Leiter zu steigen ist gefährlich!

Diese Aussage wird durch Statistiken über die Häufigkeit von Unfällen im Haushalt gestützt. Ob die Aussage ein einschränkender Glaubenssatz ist, hängt von der Wahrnehmung der einzelnen Person ab.

Um verschiedene Grade der Einschränkung zu zeigen, bitten wir drei fiktive Personen, auf eine bereitgestellte Leiter zu steigen. An ihren Reaktionen können wir ermessen, wie stark die Einschränkung wirksam wird.

Person A prüft die Leiter auf Standfestigkeit und steigt dann hinauf (keine Einschränkung).

Person B prüft die Leiter und steigt dann etwas ängstlich hinauf (leichte Einschränkung).

Person C wird vor lauter Angst unter gar keinen Umständen auf die Leiter steigen (schwere Einschränkung).

 

Keine Unterscheidung zulassende Glaubenssätze

Keine Unterscheidung zulassende Glaubenssätze sind Glaubenssätze, deren Aussage mit
Adverbien wie "immer", "nie", "alle", "man", "keiner", "überall", "nirgends" etc. verstärkt werden.

Vom Wortlaut her betrachtet ist der Wahrheitsgehalt solcher Glaubenssätze bei 100%, da sie keine Ausnahmen und damit auch keine Unterscheidung zulassen. Diese Formulierung kann als Ausdruck belastender Emotionen und damit als Aspekt aufgefasst werden.

Beispiel 2: Keine Unterscheidung zulassender Glaubenssatz

Auf eine Leiter zu steigen ist IMMER gefährlich!

Person A (aus Beipiel 1) wird diesen Glaubenssatz als "unwahr" einstufen, da sie bewusst sichere von unsicheren Leitern unterscheidet.

Person B wird den Satz als "ziemlich wahr" einstufen, da sie jederzeit mit einem Unfall rechnet und dementsprechend ängstlich die Leiter besteigt.

Person C wird den Satz als "100% wahr" einstufen, deshalb geht sie ja nicht auf die Leiter ;-) .

 

Glaubenssätze mit der "Wie-Wahr-Technik" bearbeiten

Der die Unterscheidung negierende Satzbestandteil kann mit der Wie-Wahr-Technik bearbeitet werden. Dabei wird wie folgt vorgegangen:

  1. Formulierung des Glaubenssatzes durch den Klienten: Auf eine Leiter zu steigen ist immer gefährlich.
  2. Coach: Wie wahr ist dieser Satz in diesem Moment?
  3. Klient: Bewertung in Prozent von 0% (nicht wahr) bis 100% (vollständig wahr)
  4. Klopfen des Glaubenssatzes gemäß Basisprotokoll: "Auf eine Leiter zu steigen ist immer gefährlich und ich bin OK wie ich bin"
  5. Weiter mit Schritt 2

Wenn die Bearbeitung stockt, sind folgende Fragen hilfreich:

  • Glaubst du das nur für dich, oder auch für andere?
  • Ist das wirklich, wirklich wahr?
  • Was würde XY dazu sagen?

Die Bearbeitung ist abgeschlossen, wenn nach einer Klopfrunde keine Reduktion des Wahrheitsgehalts mehr erreicht wurde.

 

Entstehung der Glaubenssätze aufspüren

Glaubenssätze haben eine Geschichte und entstehen in einem Rahmen. Negative Erlebnisse, die hinter einem Glaubenssatz stehen, werden mit  Fokussierungsfragen nach der Erinnerung erreicht:

  • Woher kennst du das?
  • Woran erinnert dich das?
  • Hast du das schon einmal erlebt?

Diese Ereignisse werden mit einer Technik zur Bearbeitung belasteneder Erinnerungen geklopft, z.B. der Erzähl die Geschichte - Technik. Wenn der Belastungswert des negativ erlebten Ereignisses gesunken ist, wird der Wahrheitsgehalt des Glaubenssatzes noch einmal getestet.

In der gleichen Weise können den Glaubenssatz begleitende Emotionen oder Körpergefühle erfragt und bearbeitet werden.

 

Die Fähigkeit, bewusst unterscheiden zu können ohne bewerten zu müssen ist ein wesentliches Ziel der Arbeit mit der Systemischen Klopfakupressur. Diese Auffassung drückt sich u. a. in der Beschreibung der untersten und obersten der Systemischen Ebenen aus.

 

Das KLOPF-Tutorial beschreibt den Methoden-Standard nach Verband für Klopfakupressur e. V. mit Stand 2017.

Diese Seite wird nicht mehr weiter aktualisiert, da es seit 2020 mit der von Ronald Hindmarsh initiierten Emotionalen Selbstbefreiung /Strukturellen Klopfakupressur einen in wesentlichen Punkten weiterentwickelten Ansatz gibt.

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