Klopfakupressur-Technik zur Bearbeitung von Aspekten mit körperlichem Ausdruck.

Die Erfahrung zeigt, dass körperliche Symptome oftmals nachlassen, wenn eine emotionale Belastung mit Klopfakupressur aufgelöst worden ist. Ebenso lassen sich körperliche Beschwerden bearbeiten, um eine dahinter liegende belastende Emotion aufzulösen. Dabei liegt die Annahme zugrunde, dass die körperliche Beschwerde mit einem Aspekt der emotionalen Störung zusammenhängt (siehe auch Artikel Spezifisches Arbeiten mit Aspekten).

Die Technik Den Schmerz verfolgen (Chase The Pain) eignet sich zur sanften Bearbeitung auch schwerer emotionaler Belastungen, da belastende Erinnerungen, Glaubenssätze und Emotionen nicht ausdrücklich angesprochen werden müssen.

 

Ablauf

  1. Der Einstieg erfolgt über eine möglichst spezifische Beschreibung der momentanen Wahrnehmung, entweder ausdrücklich benenned oder metaphorisch (siehe unten).
  2. Diese Wahrnehmung wird mit Hilfe des Basisprotokolls geklopft.
  3. Im Verlauf des Klopfens verändern sich meist nicht nur die Intensität, sondern auch die Lage und Qualität des Schmerzes. Oft entsteht der Eindruck, dass der Schmerz "wandert". Es gilt dann, in der gleichen Weise die neue Wahrnehmung zu beschreiben und zu klopfen.
  4. Der Schmerz wird solange "verfolgt", bis er sich soweit aufgelöst hat, wie es momentan möglich ist.

 

Wahrnehmungsüberdeckung

Eine mögliche Erklärung für das Wandern des Schmerzes ist, dass die erste Wahrnehmung (Aspekt einer emotionalen Belastung) sich soweit beruhigt oder aufgelöst hat, dass bisher überdeckte Wahrnehmungen in den Vordergrund treten. Jeder "neue" Schmerz entspricht somit einem neuen Aspekt des gerade bearbeiteten Themas, wie es die Baum-Wald-Metapher beschreibt.

Dass im Prozessverlauf bisher nicht wahrgenommene Symptome auftauchen bedeutet also nicht, dass das Klopfen neue Symptome verursacht.

 

Ausdrücklich benennende Arbeit mit einer Körperwahrnehmung

Für die Bearbeitung ist es wichtig, möglichst spezifisch bei der Beschreibung der körperlichen Beschwerde zu sein. Daher werden die Submodalitäten des Schmerzes oder der Verspannung genau beschrieben nach

  • Lage: Wo genau ist es?
  • Spezifische Beschreibung: Wie genau fühlt es sich an?
  • Intensität: Wie stark ist es auf der Skala von 0-10?

Eine spezifische Beschreibung körperlicher Wahrnehmungen könnte z. B. Druck, Ziehen oder Stechen sein. Auslöser könnten etwa bestimmte Bewegungen (z. B. Arm heben) oder die Wahrnehmung bestimmter Situationen (z. B. Besuch bei Schwiegermutter) sein.

Beispiel für ausdrücklich benennende Arbeit mit Kopfschmerzen

1. Fokussieren

  • Wo genau sind die Kopfschmerzen? - An den Schläfen
  • Wie genau fühlen sich die Kopfschmerzen an? - Starker Druck

2. Einwerten

  • Wie hoch ist die Intensität? - 8

3. Einstimmen (Handkandkantenpunkt klopfen)

  • Ich habe diesen starken Druck an den Schläfen und ich bin OK wie ich bin!

4. Klopfen (Körperpunkte)

  • Starker Druck an den Schläfen.

5. Einwerten und ggf. neu fokussieren

  • Was ist jetzt? - Schläfen sind besser, jetzt spüre ich ein Ziehen im Nacken (neuer Aspekt!).

6. Weiterklopfen ab 1. mit neuem Aspekt

 

Metaphorische Arbeit mit einer Körperwahrnehmung

Anstatt die Körperwahrnehnung spezifisch zu benennen, kann sie auch metaphorisch beschrieben werden (z. B. Mühlstein auf meiner Brust). Wichtig ist, dass die Metapher vom Klienten kommt, da die eigenen Bilder für den Klienten entsprechende Bedeutung haben.

Eine Frage nach einer Metapher wäre z. B. 

Was für ein Bild oder Objekt passt zu deinen Rückenschmerzen?

Um metaphorisch und zugleich spezisch zu werden, werden auch hier Submodalitäten erfragt, z. B.

  • Visuell: Größe, Form, Farbe, ...
  • Auditiv: Geräusch, Lautstärke, ...
  • Kinästetisch: Material, Oberfläche, Gewicht, ...
  • Olfaktorisch (Geruch)
  • Gustatorisch (Geschmack)

In aller Regel reicht es, zwei bis drei Submodalitäten zu erfragen, die spezifischen Aspekten entsprechen und jeweils mit dem Basisprotokoll bearbeitet werden.

Beispiel für metaphorische Arbeit mit Kopfschmerzen

1. Fokussieren

  • Wo genau sind die Kopfschmerzen? - An den Schläfen
  • Was für ein Bild oder Objekt passt zu deinen Kopfschmerzen? - Es fühlt sich an wie ein Schraubstock.

2. Einwerten

  • Wie sieht der Schraubstock aus, wie hört und fühlt er sich an? - Er ist groß, schwarz, quietschend und hart.
  • Wie hoch ist die Intensität? - 8

3. Einstimmen (Handkandkantenpunkt klopfen)

  • Ich habe diesen Schraubstock an meinen Schläfen und ich bin OK wie ich bin!

4. Klopfen (Körperpunkte)

  • Dieser Schraubstock an meinen Schläfen.

5. Einwerten und ggf. neu fokussieren

  • Was ist jetzt? - Der Schrubstock ist kleiner und heller geworden und hat aufgehört zu quietschen. Schläfen sind besser, aber jetzt spüre ich ein Ziehen im Nacken (neuer Aspekt!).

6. Weiterklopfen ab 1. mit neuem Aspekt

 

Ergebnisüberprüfung

Am Ende der Arbeit gilt es, die Ergebnisse zu überprüfen.

 

Das KLOPF-Tutorial beschreibt den Methoden-Standard nach Verband für Klopfakupressur e. V. mit Stand 2017.

Diese Seite wird nicht mehr weiter aktualisiert, da es seit 2020 mit der von Ronald Hindmarsh initiierten Emotionalen Selbstbefreiung /Strukturellen Klopfakupressur einen in wesentlichen Punkten weiterentwickelten Ansatz gibt.

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