Ressourcen helfen, krisenhafte Situationen zu bewältigen und zu verarbeiten.

Definition

Eine Ressource [rɛˈsʊrsə] französisch la ressource [ʀəˈsuʀs] ‚Mittel‘, ‚Quelle‘, von lateinisch resurgere ‚hervorquellen‘) ist ein Mittel, um eine Handlung zu tätigen oder einen Vorgang ablaufen zu lassen.

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In der Psychotherapie sind Ressourcen innere Potentiale eines Menschen und betreffen z. B. Fähigkeiten, Fertigkeiten, Kenntnisse, Geschicke, Erfahrungen, Talente, Neigungen und Stärken, die oftmals gar nicht bewusst sind. Innerhalb einer Psychotherapie können diese Kraftquellen genutzt werden, um die Heilung zu fördern.

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Allgemein wird der Ressourcenbegriff an der Nützlichkeit in Bezug auf die Erreichung von Zielen festgemacht. Weiterhin können sie zur Stärkung der Selbstannahme genutzt werden.

Jeder Mensch gibt seinen Ressourcen eine eigene Bedeutung, sie sind also subjektiv.

Ressourcen entstehen im Zuge kontinuierlicher Anpassung und Entwicklung im Sinne eines Lernprozesses.

Wir unterscheiden für die Arbeit mit Klopfakupressur freie, reaktive und konsolidierende Ressourcen, abhängig von ihrer emotionalen Konnotation und Entstehung.

 

Freie Ressourcen

Freie Ressourcen sind in einem emotional unbelasteten Umfeld entstanden. Sie sind Ausdruck persönlichen Wachstums aus sich selbst heraus. Dementsprechend können sie flexibel, emotional unbelastet und situativ angemessen eingesetzt werden.

Die Stärkung freier Ressourcen ist wünschenswert und oft allein schon durch Bewusstmachung möglich. Die Bewusstmachung von Ressourcen ist ein zentraler Bestandteil von Coaching und Therapie.

 

Reaktive Ressourcen

Reaktive Ressourcen sind in einem emotional belasteten Umfeld entstanden. Sie werden reaktiv im Sinne einer Anpassungsleistung, etwa eines Mangelausgleichs, eingesetzt und gehorchen oft Mustern.

Reaktive Ressourcen können als Hinweis auf eine Notsituation verstanden werden, in der sie sich etwa als lebensrettende Strategie in einer Bedrohungssituation bewährt haben. Sie können sich in der weiteren Entwicklung der Persönlichkeit als feste Denk- oder Verhaltensmuster etablieren und als solche einschränkend wirken.

Die Verwendung Mustern gehorchender Ressourcen triggert in aller Regel (oft unbewusst) die emotionalen Belastungen aus ihrer Entstehungsphase. Aus diesem Grunde raten wir von einer gezielten Stärkung dieser Ressourcen ab. 

Reaktive Ressourcen können jedoch auf andere Weise nützlich sein, nämlich als Einstieg in die Bearbeitung der ursprünglichen emotionalen Belastungen. Sie können sehr stark und dominant sein und sich z. B. als Kompetenzen zeigen, wobei der dahinterliegende Mangel oder die Belastung vollständig überdeckt wird.

Beispiel: Aktives Helfer-Syndrom

Das Helfen wollen kann sowohl als Ressource, als auch als Anpassungsleistung an (und damit als Hinweis auf) einen persönlich empfundenen Mangel verstanden werden.

Wird das Helfen wollen zum Helfen müssen, also zu einem muster- oder gar zwanghaften Denken und Verhalten, kann eine gezielte Stärkung dieser "Helfer-Ressource" zu einer Beschleunigung eines drohenden Burn-Outs beitragen.

Eine emotionale Entlastung kann erreicht werden, indem man dem Hinweis auf die Mangelwahrnehmung folgt und die damit verbundene emotionale Belastung mit Klopfakupressur bearbeitet.

 

Konsolidierende Ressourcen

Konsolidierende Ressourcen sind ebenfalls in einem emotional belasteten Umfeld entstanden. Im Gegensatz zu den reaktiven Ressourcen wird der Mangel nicht ausgeglichen, sondern direkt im Sinne eines emotionalen Gewinns genutzt.

Beispiel: Passives Helfer-Syndrom

Das offen geäußerte Bedürfnis, Hilfe zu benötigen, kann als Ressource im Sinne einer Zielerreichung verstanden werden. So kann das "geholfen werden" etwa einem dauerhaft gefühlten Mangel an Aufmerksamkeit oder Selbstwert situativ entgegenwirken.

Das passive Helfer-Syndrom ist ein fortwährendes und musterhaftes Denken und Verhalten. Egal, wie oft und wieviel geholfen wird: Der Mangel mag jeweils situativ ausgeglichen werden, die dahinter stehende emotionale Belastung wird jedoch stabilisiert und das Muster verstärkt!

Hier ist Klopfen hilfreicher als Helfen!

 

Ressourcen-Übungen

 

1) Ressourcen finden (angelehnt an H. G. Petzold)

Persönliche Ressourcen erfragen
  • Welches Verhalten, welche Eigenschaft hat dir bisher in deinem Leben geholfen?

  • Was hat dir Freude gemacht?

  • Was hat dich im Leben bewegt und inspiriert, wenn du dich an Zeiten erinnerst, in denen du dich gut gefühlt hast?

  • Welche Stärken hast / hattest du?

  • Was würde ein Mensch, der dich gut kennt, nennen, was du besonders gut kannst oder was dich auszeichnet?

  • Welche deiner Fähigkeiten würdest du gerne noch weiter ausbauen?

  • Was ermöglichte dir, die Ressourcen zu nutzen?

Soziale Ressourcen erfragen
  • Wen mochtest du als Kind besonders gerne?

  • Welche Fähigkeiten deiner Mutter / deines Vater schätzt du besonders?

  • Was hast du Positives von deinem Vater / deiner Mutter gelernt?

  • Welche Fähigkeiten hast du als Rüstzeug für dein Leben aus der Familie mitbekommen?

  • Welche Ressourcen hatten deine Verwandten?

  • Welche positiven Glaubenssätze existieren in deiner Familien?

  • Welche positiven Geschichten existieren über deine Familie?

  • Gibt es einen Familienschatz?

  • Welches Verhalten von Anderen hat dir geholfen?

  • Welche Personen, Orte oder Dinge hast du in der Vergangenheit aufgesucht, die dir Ruheempfinden oder Hilfe bringen konnten?

 

2) Dem eigenen Glück begegnen

Die Klienten werden gebeten, jeden Tag zwei kleine Situationen, über die sie sich gefreut haben, aufzuschreiben. Alternativ kann ein Freudetagebuch, wie Luise Reddemann es empfiehlt, geführt werden.

Variation: Auf einer Zeitlinie können Glücksmomente, die es im Leben gab, markiert werden.

 

3) Ressourcenlandkarte

Ressourcen werden sichtbar gemacht, indem sie mit Hilfe von Symbolen auf einer Landkarte, die in verschiedene Bereiche eingeteilt ist, positioniert werden. Sie können z. B. wie folgt unterteilt werden:

  • Beziehungen
  • Fähigkeiten
  • Möglichkeiten
  • Sicherheit
 

4) Ressourcenkoffer

In einen gemalten (oder realen) Koffer werden metaphorische oder symbolische Gegenstände gezeichnet (oder gelegt), die die Ressourcen des Klienten repräsentieren.

 

5) Ressourcengrund

Die Ressourcen und Stärken des Klienten werden in die Umrisse seiner Füße, die auf einen Karton gemalt werden, eingetragen. Dieses Bild repräsentiert den Grund, auf dem eine Person steht. Der Klient wird nun gebeten, sich auf diesen Umriss zu stellen und die Kraft seiner Ressourcen zu spüren.

 

6) Ressourcenbaum (angelehnt an [Red 2004])

In dieser Übung werden Ressourcen imaginiert.

In der Induktion stellen sich die Klienten vor, in einer Landschaft, in der sie sich wohl fühlen, einen Baum zu sehen. Sie gehen zu diesem und spüren dessen Kraft. Sie können sich an diesen anlehnen, sich mit diesem identifizieren und spüren, wie sie "Wurzelnahrung von der Erde" bekommen.

Im nächsten Schritt gilt es zu spüren, wie über die Krone des Baumes Licht aufgenommen wird und wie sie darüber Wärme und Nahrung erhalten.

Im anschließenden Gespräch wird überlegt, welche Möglichkeiten es für die Klienten gibt in ihrem aktuellen Leben "Nährendes" zu erhalten.

Beispiel Ressourcenbaum-Text

Stelle dir nun eine Landschaft vor, in der du dich wohl fühlst und in der du einen Spaziergang machst, bei dem du an einen besonders schönen und kräftigen Baum gelangst, zu dem du dich hingezogen fühlst, zu ihm gehst und dich dort ausruhst, indem du dich an seinen kräftigen Stamm anlehnst und seine Klarheit und Kraft spürst, wie die Kraft aus der Erde kommt, wie der Baum seine Kraftnahrung über seine Wurzeln, die tief in der Erde verankert sind, aufsaugt und wie die Kraft bis in die Spitze der Krone aufsteigt, wo sie sich verbindet mit dem Licht der Sonne, das von oben auf die Blätter strahlt, und somit wieder in neue Nahrung verwandelt wird. Genieße dieses Gefühl der aufsteigenden Kraft und verweile noch einen Moment damit, bis du nun langsam wieder hierher zurückkehrst.

 

 

Das Tutorial Systemische Klopfakupressur datiert aus dem Jahre 2017 und richtet sich an Personen mit Klopfakupressur-Grundkenntnissen und einem Mindestmaß an Erfahrung in der Arbeit mit Anderen. Seit 2019 gibt es unter der Bezeichung Emotionale Selbstbefreiung eine Weiterentwicklung, die auch und insbesondere für Selbstanwender gedacht ist.

In unserer Facebook-Gruppe gibt es immer wieder interessante Diskussionen rund um die Emotionale Selbstbefreiung / Systemische Klopfakupressur 2.0:

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