Der Rapport zum Klienten ist ein zentraler Teil des Rahmens, in dem Coaching stattfindet.

Die Grundlage eines gelungenen Coachingrahmens ist das Herstellen einer Beziehung zum Klienten, Rapport genannt.

Rapport (von französisch „Beziehung, Verbindung”) bezeichnet eine aktuell vertrauensvolle, von wechselseitiger empathischer Aufmerksamkeit getragene Beziehung, d. h. „guten Kontakt“ zwischen zwei Menschen. Der Psychoanalytiker spricht hier auch von Attunement, also der Feinabstimmung der emotionalen Kommunikation.

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Den „guten Kontakt“ herzustellen und zu halten ist eine zentrale Voraussetzung für gute und konstruktive Kommunikation.

 

Grundhaltung im Gespräch nach C. Rogers

Carl Ransom Rogers (*8. Januar 1902 in Illinois,einem Vorort von Chicago; †4. Februar1987 in La Jolla,Kalifornien) war ein US-amerikanischer Psychologe und Psychotherapeut, dessen herausragende Leistung in der Entwicklung der klientenzentrierten Gesprächstherapie und dem Ausbau der Humanistischen Psychologie besteht. Der von Rogers geschaffene klientenzentrierte Ansatz ist heute u. a. sowohl fester Bestandteil der Gesprächsführung im Rahmen von Therapiegesprächen als auch in der generellen Gesprächsführung der alltäglichen pädagogischen Arbeit mit Klienten.

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Ziel der klientenzentrierten Gesprächsführung nach Carl Rogers ist das Herstellen einer "hilfreichen Beziehung". Um diese zu erreichen benennt er folgende 3 Basisvariablen der inneren Haltung des Coaches:

  • Wertschätzung
    Unter Wertschätzung im Klientenzentrierten Gespräch versteht man die bedingungslose Annahme und Akzeptanz der Aussagen des Klienten ohne diese zu bewerten oder gar abzuwerten.

  • Kongruenz
    Kongruenz bedeutet die Übereinstimmung des eigenen Fühlens, Denkens und Handelns. Sie ist ein wichtiger Faktor, um Vertrauen aufbauen zu können.

  • Empathie
    Hierfür wird auch der Begriff "Einfühlendes Verstehen" gebraucht. Empathie bezeichnet das Einfühlungsvermögen eines Menschen. Gemeint ist die Fähigkeit, sich kognitiv in einen anderen Menschen hinein versetzen zu können, dessen Gefühle nachzuvollziehen und damit das Denken, Fühlen und Handeln des Anderen zu verstehen. Rogers beschreibt diese innere Haltung als eine "Als-Ob-Haltung": "Die Dinge mit den Augen des Anderen zu sehen" oder "in den Mokassins des Anderen zu gehen".

 

Aktives Zuhören

Die oben beschriebene innere Haltung des Coaches ermöglicht auch das "Aktive Zuhören" zur weiteren Stärkung des Klimas der Verbundenheit und des Vertrauens. Es beinhaltet folgende Elemente:

  • Bereitschaft zuzuhören, erkennbar an zugewandter Körperhaltung, Blickkontakt etc.

  • Ausschalten von Störfaktoren (z. B. Handys).

  • Beachten verbaler und nonverbaler Signale (z.B. Tonfall, lange Pause) und Erfassen ihrer Bedeutung.

  • Konzentration auf den Klienten und seine Anliegen. Die Aussagen des Klienten gilt es zu achten, nicht die eigenen Interpretationen und Ziele.

  • Absichern des Verständnisses der Aussagen des Klienten durch Zusammenfassung mit eigenen Worten ("Habe ich Sie richtig verstanden, ... ?").

  • Wahrnehmen und Aussprechen der Gefühle des Klienten (dem Klienten "aus dem Herzen sprechen").

 

Weitere Rapport-Techniken

Die im Folgenden beschriebenen Rapport-Techniken können in zweierlei Weise hilfreich sein:

  • Sie helfen, die Aufmerksamkeit für die eigene Körpersprache und die des Klienten zu erhöhen.
  • Sie schärfen den Blick dafür, einen Rapport-Bruch und damit eine Schwächung der Verbindung zu erkennen.

 

Pacing

Zahlreiche Beobachtungen zeigen, dass Menschen, die sich gerne mögen und einen tiefen Kontakt zueinander haben, sich in ihrem Ausdrucksverhalten aneinander anpassen. Dieses Prinzip lässt sich auch umkehren: Durch Anpassung des Ausdrucksverhaltens an den anderen, kann Rapport zu ihm hergestellt werden.

Dieses Prinzip des Spiegelns nennt man Pacing (englisch: Schritt halten). Es ist eine Technik aus dem NLP und bedeutet Angleichen auf der nonverbalen  und verbalen Ebene durch:

  • Körpersprache: Angleichen der Haltung, Bewegung oder Gewichtsverlagerung, und Angleichen von Gestik und Atemfrequenz      
  • Mimik: Angleichen des Gesichtsausdrucks.      
  • Stimme: Angleichen der Stimmlage, der Lautstärke und der Sprechgeschwindigkeit.        
  • Sprache: Verwendung ähnlicher Wörter.    

 

Das Angleichen im Therapiekontext sollte mit Augenmaß passieren – niemand wird gerne nachgeäfft.

 

 

Herstellung eines guten Rapports

Auch die Arbeit mit Klopfakupressur baut auf diese in Coaching und Therapie allgemein anerkannte Grundhaltung nach Rogers auf.

Wir glauben allerdings, dass es schwierig sein kann, eine innere Haltung allein durch bewusste Beachtung der genannten Elemente "einfach so" einzunehmen. Daher schlagen wir vor, den Coachingrahmen durch ein Sinnbild dergestalt zu unterstützen, dass sich die angestrebte innere Haltung des Coaches sowie die hilfreiche Beziehung zwischen Klient und Coach fast wie von selbst einstellen:

 

Sinnbild für den Coachingrahmen

Der Klient ist der Kapitän seines persönlichen Lebensschiffes und der Experte für die Wahrnehmung des Themas inklusive sämtlicher Aspekte.

Der Coach ist der Lotse, der den Kapitän bei der Navigation durch den Prozess unterstützt.

Beide zusammen bilden ein Team, welches das Thema bearbeitet.

Mehr dazu im Artikel Coaching-Trias

 

Darüber hinaus glauben wir, dass das Sinnbild der Coaching-Trias hilfreich bei der Einhaltung ethischer Standards in der Arbeit mit Anderen ist.

 

Das KLOPF-Tutorial beschreibt den Methoden-Standard nach Verband für Klopfakupressur e. V. mit Stand 2017.

Diese Seite wird nicht mehr weiter aktualisiert, da es seit 2020 mit der von Ronald Hindmarsh initiierten Emotionalen Selbstbefreiung /Strukturellen Klopfakupressur einen in wesentlichen Punkten weiterentwickelten Ansatz gibt.

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