Sucht hat viele Gesichter und ist weit verbreitet.

Laut Ärtze-Zeitung sind Millionen Deutsche von Tabak, Alkohol oder Medikamenten abhängig, Hunderttausende von Cannabis oder Glücksspielen. Online-Sucht ist inzwischen auch ein beunruhigendes Thema.

Definition

Das Wort Sucht hat etymologisch mit dem Wort suchen nichts zu tun, sondern kommt von siechen, also an einer Krankheit leiden. Sucht und Abhängigkeit werden oft synonym verwendet.

Abhängigkeit (umgangssprachlich Sucht) bezeichnet in der Medizin das unabweisbare Verlangen nach einem bestimmten Erlebniszustand. Diesem Verlangen werden die Kräfte des Verstandes untergeordnet. Es beeinträchtigt die freie Entfaltung einer Persönlichkeit und zerstört die sozialen Bindungen und die sozialen Chancen eines Individuums.

In den Fachgebieten Psychologie und Psychiatrie werden verschiedene Formen von Abhängigkeit beschrieben:

  • Abhängigkeitssyndrom durch psychotrope Substanzen (substanzgebundene Abhängigkeit, stoffliche Abhängigkeit, s. a. Toleranzentwicklung),
  • Schädlicher Gebrauch von körperlich nichtabhängigkeitserzeugenden Substanzen,
  • Substanzungebundene Abhängigkeit (nichtstoffliche Abhängigkeit), sowie
  • Co-Abhängigkeit, wenn Tun oder Unterlassen von Bezugspersonen die substanzgebundene Abhängigkeit einer Person stärkt.

Wikipedia

 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) definiert Abhängigkeit (Sucht) folgendermaßen:

Nach der Definition im ICD-10, das von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegebenen wird, sollte die Diagnose Abhängigkeit nur gestellt werden, wenn mindestens drei der folgenden Kriterien während des letzten Jahres vorhanden waren:

  • Ein starker Wunsch oder eine Art Zwang zu konsumieren.
  • Verminderte Kontrollfähigkeit in Bezug auf den Beginn, die Beendigung oder die Menge des Konsums.
  • Ein körperliches Entzugssyndrom bei Beendigung oder Reduktion des Konsums.
  • Nachweis einer Toleranz, im Sinne von erhöhten Dosen, die erforderlich sind, um die ursprüngliche durchniedrigere Dosen erreichte Wirkung hervorzurufen.
  • Fortschreitende Vernachlässigung anderer Vergnügungen oder Interessen zugunsten des Konsums sowie ein erhöhter Zeitaufwand, um zu konsumieren oder sich von den Folgen zu erholen.
  • Anhaltender Konsum trotz des Nachweises eindeutig schädlicher Folgen.

Neben den stoffgebundenen Süchten gibt es auch stoffungebundene Abhängigkeiten wie Spielsucht oder Kaufsucht.

 

Klopfakupressur und Süchte

In der Arbeit mit der Klopfakupressur ist darüberhinaus die folgende Unterscheidung relevant:

  • Handelt es sich um ein momentanes Verlangen z. B. nach der Lieblingsschokolade (auch das kann so stark sein, dass die Kräfte des Verstandes untergeordnet sind) oder
  • handelt es sich um ein wiederkehrendes nicht zu kontrollierendes Verlangen im Sinne einer Abhängigkeit?

 

Stabilisierende Bearbeitung

Im ersten Fall kann die Klopfakupressur in der jeweils aktuellen Situation des Verlangens eingsetzt werden. Die Stärke des Verlangens wird auf der SUD-Skala von 0 - 10 eingewertet und mit dem Basisprotokoll bearbeitet. Erfahrungsgemäß ist der Erfolg in derartigen Fällen sehr gut.

 

Aufdeckende / Auflösende Bearbeitung

Im zweiten Fall wird man mit der situativen Arbeit keinen nachhaltigen Erfolg haben, da die emotionalen Hintergründe einer Abhängigkeit zu großes Gewicht haben.

Zum Einstieg in die Bearbeitung besagter Hintergründe aufzudecken nutzt der US-amerikanische Klopfakupressur-Trainer Dawson Church folgende Fragen:

  • Wie alt war ich, als ich zuerst damit anfing die Substanz zu konsumieren? Was ist in dieser Zeit in meinem Leben passiert?
  • Assoziiere ich die Substanz mit Feiern, Verbundenheit, Akzeptiert Sein, oder Glück?
  • Welche Verluste gab es in meinem Leben, die etwas mit dem Verlangen zu tun haben?
  • Gab es einen Freund oder geliebten Menschen in meinem jungen Leben, der dieses Verlangen hatte?
  • Was hatte ich einmal in meinem Leben, was ich jetzt nicht mehr habe? Ist das mit dem Verlangen assoziiert?
  • Was triggert das Verlangen aktuell an? In welchen Situationen taucht es auf?

Antworten auf diese Fragen decken die treibenden emotionalen Belastungen auf, wie etwa emotionaler Schmerz, Einsamkeit, Furcht, Angst, Scham, Schuld etc. Diese belastenden Emotionen können anschließend mit Klopfakupressur bearbeitet werden, wie z. B. im Artikel über chronische Krankheiten beschrieben.

 

Stößt dieses Vorgehen auf Schwierigkeiten kann vermutet werden, dass die Abhängigkeit ein Ersatz für etwas viel Wichtigeres ist, etwa für das Gefühl des Angenommenseins. Das der Sucht zugrundeliegende Mangelerleben kann somit als zwischenmenschliches ("systemisches") Problem aufgefasst werden.

In der Systemischen Klopfakupressur wird in diesem Fall die positive Intention der Sucht gewürdigt (Wächter-Beschützer Technik) um dann das eigentliche Problem (das, was fehlt und gesucht wird) zu erkennen und zu bearbeiten.

 

Das KLOPF-Tutorial beschreibt den Methoden-Standard nach Verband für Klopfakupressur e. V. mit Stand 2017.

Diese Seite wird nicht mehr weiter aktualisiert, da es seit 2020 mit der von Ronald Hindmarsh initiierten Emotionalen Selbstbefreiung /Strukturellen Klopfakupressur einen in wesentlichen Punkten weiterentwickelten Ansatz gibt.

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