Der Klopfakupressur-Anwendungsstandard zur Bearbeitung spezifischer Ereignisse und Belastungen.

Mit der Erzähl-die-Geschichte-Technik wird ein Thema ausgehend von einem spezifischen Ereignis bearbeitet. Gary Craig bezeichnet die Erzähl-die-Geschichte-Technik als "Arbeitspferd der Klopfakupressur", welches in sehr vielen Fällen gut angewendet werden kann.

Die Erzähl-die-Geschichte-Technik kann sowohl in der Selbstanwendung als auch im Coaching angewendet werden. Für die Selbstanwendung wähle bitte nur Ereignisse, deren Bearbeitung dich nicht zu stark emotional belasten oder überfordern würde. Andernfalls suche dir die Unterstützung eines erfahrenen Klopfakupressur-Coachs.

Für die Bearbeitung mit der Erzähl-die-Geschichte-Technik wird das spezifische Ereignis als Film betrachtet, dessen Ablauf erzählt wird. Zur gezielten Bearbeitung einzelner Aspekte des Ereignis wird der Film nach Belieben gestartet, angehalten sowie vor- oder zurückgespult. Die Bearbeitung selbst erfolgt mit dem bekannten Basisprotokoll. Hier der Ablauf:

 

1. Vorbereitung
Zur generellen Beschreibung des Films über das spezifische Ereignis bestimme und notiere folgende Merkmale:

  • Länge des Films (idealerweise ca. 2-3 Minuten Originalzeit)
  • Filmtitel
  • Anzahl der emotionalen Stressmomente im Verlauf des Films (mindestens einer)
  • Anfangs- und Endsituation des Films
  • Handlung und Charaktere

 

2. Annäherung an das Ereignis
Bevor du den Film startest, stelle dir folgende Frage: Wie hoch ist dein Stresslevel, wenn du nur in Richtung des Titels denkst? Wenn die Intensität höher als 3 ist, mache einige Klopfrunden nach dem Basisprotokoll zu dem Titel. Verwende dazu Sätze wie z.B.:

  • "Auch wenn es mich nervös macht, wenn ich die Geschichte gleich erzähle ..."
  • "Auch wenn ich Angst davor habe, was passieren könnte, wenn ich die Geschichte erzähle ..."
  • "Auch wenn ich diese ganze Angelegenheit überhaupt nicht mag ..."

Mach so viele Runden wie nötig, bis die Intensität der Belastung auf 3 oder weniger sinkt. Steigt die Belastung wieder, wenn du zu erzählen beginnst, stoppe und mache noch einige Runden wie oben beschrieben. Sollte auch das nicht weiter helfen, wende dich an einen erfahrenen Klopfakupressur-Coach.

 

3. Erzählen der Geschichte
Am besten erzählst du die Geschichte laut. Das macht sie lebendig und bringt die wichtigen Punkte zum Vorschein. Erzähl sie einem Spiegel, der Wand oder einem imaginären Freund.

  1. Beginne an einem neutralen, emotional unbelasteten Zeitpunkt vor dem ersten Stressmoment.
  2. Erzähle die Geschichte bis du zu spüren beginnst, dass ein Stressmoment bevorsteht.
  3. Stoppe bzw. halte den Film dort an und bestimme die Intensität der Belastung, die du gerade beim Erzählen verspürt hast. (Es geht hier nicht um die Intensität, die du damals im Ereignis verspürt hast).
  4. Bearbeite die aktuelle emotionale Belastung mit dem Basisprotokoll.
  5. Sobald die Belastung aufgelöst ist, erzähle die Geschichte weiter. Beginne, indem du den letzten Satz vor dem Stopp noch einmal erzählst.
  6. Sollte die Belastung des eben bearbeiteten Stressmomentes doch noch nicht ganz aufgelöst sein, wiederhole Schritt 4. Bringt auch eine mehrfache Wiederholung keinen Fortschritt, wende Dich an einen erfahrenen Klopfakupressur-Coach.
  7. Kannst du nun diesen Moment der Geschichte ohne Belastung erzählen, verfahre weiter, wie in Schritt 2 beschrieben.
  8. Wenn du die Belastung für alle Stressmomente aufgelöst hast und am vorher festgelegten Ende der Geschichte angelangt bist, erzähle die ganze Geschichte ein zweites Mal. Spüre dabei nach, ob noch eine Belastung vorhanden ist. Wenn ja, bearbeite auch diese wieder wie oben beschrieben.

 

Ein wesentliches Merkmal der Erzähl-die-Geschichte-Technik ist die genau steuerbare zeitliche Aufteilung des Ereignisses in Teilsituationen. Dies ermöglicht die spezifische Bearbeitung einzelner Aspekte und damit eine effiziente und nachhaltige Bearbeitung.

Um den Erfolg der Bearbeitung zu testen, erzähle dir die Geschichte am nächsten Tag oder eine Woche später noch einmal. Vielleicht kommen neue Aspekte an die Oberfläche, die vorher noch nicht spürbar waren. Natürlich kannst du diese wieder wie oben beschrieben bearbeiten ;-)

 

Wir freuen uns sehr über Rückmeldungen! Bitte melde dich, insbesondere dann, wenn du nicht übereinstimmst - das macht es noch interessanter!

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