Wenn sich Symptome nicht schnell auflösen lassen, sind meistens Einwände oder Sekundärgewinne im Spiel.

Einwände

Von einem Einwand spricht man, wenn der Auflösung eines Aspekts ein Hemmnis entgegensteht. Der Einwand kann sich u. a. auf folgendermaßen bemerkbar machen:

  • Klopfakupressur scheint nicht zu funktionieren, d. h. trotz mehrerer Runden des Basisprotokolls wird keine oder nur eine sehr geringe Erleichterung erreicht.
  • Das Problem kann nicht gut fokussiert, vielleicht nicht einmal genau benannt werden.
  • Die Erleichterung ist nicht nachhaltig, d. h. das Problem tritt nach einer gewissen Zeit wieder auf wie gehabt.

Ein häufig bestehender Einwand ist, dass man sich selbst mit seinem Problem nicht akzeptieren kann. Dieser Einwand wird im Basisprotokoll durch den Einstimmungssatz angesprochen und in die Bearbeitung miteinbezogen. Aufbauend auf die Erkenntnis von Carl Rogers, dass man zur Ermöglichung der Veränderung zunächst sein Problem wie auch sich selbst akzeptieren muss, heißt es sinngemäß: Auch wenn ich das Problem habe, bin ich OK wie ich bin.

Sekundärgewinn

Der Sekundärgewinn ist im Prinzip dasselbe wie ein Einwand, nur dass er von der Seite seines Nutzens betrachtet wird. Beispiele hierfür sind etwa:

  • Wenn ich leide, bekomme ich die Aufmerksamkeit, die ich sonst nicht bekomme.
  • Wenn ich meine Rückenschmerzen behalte, bekomme ich weiterhin Rente.
  • Wenn ich meine Lese-Rechtschreibschwierigkeiten behalte, bekomme ich bei gleicher Fehleranzahl eine bessere Note im Diktat als mein Tischnachbar.

Psychologische Umkehrung (PU)

In der Anfangszeit der Klopfakupressur wurde das Konzept der Psychologischen Umkehrung vertreten. Die PU wird mit dem Einstimmungssatz angesprochen und durch gleichzeitiges Klopfen kurzzeitig entmachte, um den eigentlichen Aspekt beklopfen zu können. Im Curriculum nach Verband für Klopfakupressur e. V. wurde die PU zugunsten des Sekundärgewinns fallen gelassen.

Umgang mit Einwänden

Im Prinzip kann man Einwände bzw. Sekundärgewinne als weitere zum Thema gehörende Aspekte ausffassen. Einmal erkannt und benannt können sie, wie alle Aspekte, mit dem Basisprotokoll bearbeitet werden.

Wenn in der Selbstanwendung Aspekte nicht aufgelöst werden können, bedeutet das nicht, dass Klopfakupressur nicht wirkt. Da sich Einwände bzw. Sekundärgewinne in der Selbstanwendung oft nicht erschließen (auch dies ist ein Einwand!), ist eine Außenperspektive hilfreich, etwa in Form eines Coachings oder einer Supervision.

In der Systemischen Klopfakupressur werden Einwand, Sekundärgewinn und PU zu dem Konzept des Emotionalen Gewinns zusammengefasst.

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